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August 22 2018

The 10 Most-Viewed Pieces Of Youtube Animation Aren’t What You Might Expect

Youtube is the new gatekeeper for animation creators – and that's not necessarily a good thing.

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August 21 2018

Titmouse Is Growing In Vancouver, Announces New Executive Promotions

Titmouse plans to employ 300 artists at its Vancouver studio by the end of the year.

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Für alle sichtbar und dennoch weit weg: Die Ladenhüterin (Sayaka Murata, 2018)


Normalität setzt sich gewaltsam durch, Fremdkörper werden einfach beseitigt.
Menschen, die nicht richtig funktionieren, werden entsorgt.

 Nach gut der Hälfte dieses enorm sympathischen Romans findet die eigenbrötlerische Ich-Erzählerin Keiko Furukura zu diesen klaren und harten Worten, die gewissermaßen als Sentenz dem ganzen Roman zugrunde liegen. Und die zugleich eine gesellschaftliche Analyse darstellen, die ebendieser Gesellschaft ein äußerst negatives Zeugnis bescheinigen.

 Keiko hatte sich schon als Kind als Außenseiterin gefühlt. Sie hat Ereignisse verstörend anders wahrgenommen, als die anderen Kinder um sie herum. Und sie hat nicht so reagiert, wie es sich gehört. Früh also war sie ein "auffälliges Kind" geworden, das man unter Beobachtung stellte, und für das sich die Eltern entschuldigen mussten. Um ihrem Umfeld weitere Konflikte zu ersparen, hatte sie sich daraufhin extrem in sich selbst zurückgezogen und jeden gesellschaftlichen Kontakt weitestgehend vermieden. Und wie es sich ergeben hat - verloren, eines Abends als junge Studentin auf dem Weg nach Hause - hat sie sich bei einem neu eröffnenden Convenience-Store beworben. Dort ist sie hängen geblieben, weil es der einzige Ort auf der Welt für sie zu sein schien, an dem sie "funktionieren", wo sie als soziales Wesen - gerade aufgrund der vielen Regeln - überleben konnte. Und dann wollte sie dort nie wieder weg.

 Die Ladenhüterin ist ein Sensationserfolg in Japan, ausgezeichnet mit mehreren Preisen, vor allem aber mit dem wichtigsten Literaturpreis des Landes: dem Akutagawa-Preis, benannt nach dem großen, klassischen japanischen Autor Ryunosuke Akutagawa (vielfach auch ins Deutsche übersetzt). Dass dies schmale Bändchen auch in Deutschland so einschlagen würde, hätte man zunächst einmal nicht vermutet (die Übersetzung ins Französische ist auch schon verfügbar, die Englische folgt im Herbst), bildet der Roman doch einen uns fremden Mikrokosmos ab, der zunächst einmal nichts mit der europäischen Lebenswelt gemein hat. Denn: hier gibt es keine solchen Convenience-Stores wie in Japan. Der berliner Späti oder das kölner Büdchen lassen sich in keinster Weise mit einem solchen Geschäft vergleichen.

 Vermutlich liegt es an zwei anderen Punkten: erstens, weil der Roman ein generelles Verlorensein des Ichs in einer stark reglementierten Welt behandelt, und diese Erfahrung universal sein dürfte. Und zweitens: weil jeder Japan-Reisende, der schon einmal dort war, diese Convenience-Stores lieben gelernt hat, als Angel- und Rettungspunkt in beinahe jeder Situation seiner Reise durch das fremde Land. Denn dort gibt es beinahe alles, was man zum Leben braucht. Und man muss es so sagen: selbst das "Sushi" in seinen unterschiedlichsten Ausprägungen, nennen wir es der Einfachheit halber so, ist fast immer deutlich besser, als das, was man bei uns im Restaurant "beim Asiaten" auf den Tisch bekommt. Und das für kleines Geld. Für viele Japan-Reisende ist der Convenience-Store das erste echte Gateway to Japan, auch wenn es keiner zugeben will. Und diese Stores gibt es natürlich überall in Asien, in Korea, China, Hong Kong, Thailand, usw. Nur: nirgends ist das Essen so gut wie in Japan.

 Keiko ist die dabei eine zweifache "Ladenhüterin": zum einen ist sie zum Zeitpunkt der Erzählung seit 18 Jahren die einzige Angestellte, die seit Eröffnung des Laden immer noch dabei ist. Was natürlich für alle verwunderlich ist, da dieser Beruf eher als Aushilfsjob angesehen wird und nicht gerade mit hohem Prestige gesegnet ist. Ihre Eltern, die Reste des sozialen Umfelds (sie trifft sich ab und an mit ehemaligen Freundinnen von der Universität oder der Schulzeit), wie auch ihre jüngere Schwester sind besorgt, da sich Keiko überhaupt nicht weiter zu entwickeln scheint. Wobei dieses Weiterentwickeln ganz klar gesellschaftlich geregelt ist (und das ist der zweite "Ladenhüterin"-Aspekt): entweder Heiraten und Kinder kriegen, oder Karriere machen. Alles andere ist verdächtig, fällt aus der Norm. Dabei geht es Keiko eher um ein Überleben im Alltag. Das sieht aber keiner so richtig. Vermutlich war sie noch nicht einmal richtig verliebt in ihrem Leben. Hinter diese Trauer sieht aber keiner, diese verbirgt sie gut vor allen.

 Ein durch und durch trauriger Roman also, der hinter seiner leichten Sprache und seinem sanften Humor, der immer wieder hervorblitzt, dem Leser eine ziemlich bedrohte Existenz vorführt, die aufgrund der gesellschaftlichen Anforderung stets zu zerbrechen droht. Im Endeffekt ist Keiko nicht so viel anders wie die Anti-Helden Haruki Murakamis, die sich von der Gesellschaft abwenden und sich in die Peripherie oder die Einsamkeit aufmachen. Die sich eine Auszeit nehmen oder ohnehin schon sich an den Rändern der Gesellschaft aufhalten. Ganz ähnlich wie bei Murakami, gerät am Ende des Romänchens Sayaka Murata ebenso die eine oder andere Lebenweisheit etwas überdeutlich formuliert, insbesondere in den Diskussionen mit dem durchgeknallten, zynischen Shiraha, mit dem Keiko ein obskures Verhältnis eingeht.

 Keiko zieht sich jedenfalls zurück: und zwar in sich selbst. Im hellen Licht des Alltags, für alle sichtbar und dennoch weit weg. Sie geht sogar so weit, den Sprachgebrauch ihrer Kolleginnen zu imitieren, oder deren Kleidungsstil. Mit ihrer eigenen Identität sich hinter der Adaption der anderen zu verstecken. Die Erzählerin beschreibt den Store häufig als Aquarium, als vor Licht schimmernde Rettungsinsel, die ihr eine Sicherheit zum Überleben bietet - eine Insel, in der sie zwar gut sichtbar ist, aber wo sie in der Einheit des Teams, den strengen Regeln, der gesichtslosen Tätigkeit aufgehen kann und unsichtbar wird. Verschwunden im hellsten Tageslicht. Es ist eine Tragödie.

Michael Schleeh

***

willie dynamite (gilbert moses, usa 1974)e

Keiner der superbekannten Blaxploitation-Filme – dafür fehlte ihm vielleicht einer der großen Namen des Genres in der Hauptrolle -, aber definitiv einer der interessanteren. Regisseur Gilbert Moses erzählt die Geschichte vom Fall und der Läuterung des titelgebenden Zuhälters und er kommt dabei sowohl ohne überzogene Glorifizierungen einerseits als auch ohne moralische Dämonisierung andererseits aus.

Willie Dynamite (Roscoe Orman) ist ein New Yorker Pimp, mit seinen sieben Klassepferdchen die Nummer eins der Stadt – und er träumt davon, „dem Leben“ irgendwann einmal entfliehen zu können. Den Plan seiner Wettbewerber, sich gegenseitig abzusichern, lehnt er als Branchenführer ab, der Polizei, die darauf aus ist, ihn in den Knast zu bringen, lacht er ins Gesicht. Das Blatt wendet sich zu seinen Ungunsten, als die Sozialarbeiterin Cora (Diane Sands) Pashen (Joyce Walker) kennen lernt, Willies neueste Errungenschaft, und sich in den Kopf setzt, das Mädchen von der Straße zu holen …

WILLIE DYNAMITE „bedient“ das Blaxploitation-Publikum mit seinen grellen Pimp-Outfits, dem typischen jive talk und Willies überzeichnetem Gegenspieler Bell (Roger Robinson), einem Klischeeschwulen, der mit lackierten Fingernägeln und raumgreifenden Gesten zu Gewerkschaft der Pimps aufruft. Dem Treiben der Zuhälter, die ihren Bräuten eine güldene Zukunft versprechen, die wartet, wenn sie nur brav zu Daddy sind, steht er aber nur anfänglich kritiklos gegenüber. Die Dynamik des Films ändert sich merklich als Cora auftritt und gemeinsam mit der Polizei einen verbissenen Kampf gegen Willies Imperium aufnimmt. Moses gelingt eine schöne Mischung Action und Drama aus comichafter Stilisierung und authentischer Milieuzeichnung. Sein Film ist eine melodramatischere, idealistischere Version von Parks‘ SUPER FLY: Konnte dessen Protagonist am Ende zumindest vorübergehend obsiegen, liegt Willies Existenz als Pimp in Trümmern. Doch dafür sieht er als neuer Mensch auch einer neuen Zukunft entgegen, einer Zukunft, die nicht auf der Ausbeutung seiner Schwestern gegründet ist.

Im Mittelpunkt des Films steht nicht etwa Roscoe Orman, auf den ich glich noch zu sprechen komme, sondern Diane Sands: Den Feuereifer, mit dem Cora für ihre Überzeugung kämpft, macht Sands (u. a. THE LANDLORD) zu ihrem eigenen. Vielleicht wirkt sie auch deshalb so überzeugend, weil sie während der Dreharbeiten eine eigene Schlacht zu schlagen hatte. Sie litt an Krebs und erlebte die Uraufführung des Films nicht mehr: Sie verstarb mit nur 39 Jahren. Roscoe Orman vollzieht den Wechsel vom manipulativen Arschloch zum geläuterten Hoffnungsträger ebenfalls sehr glaubwürdig. Seine Karriere verlief kaum weniger überraschend als die seines filmischen Alter egos: Er landete einige Jahre nach WILLIE DYNAMITE bei der SESAME STREET, der er über 40 Jahre lang erhalten blieb. Blaxploitation-Mainstay Thalmus Rasulala hat eine nichtssagende Rolle, dafür reißt Roger Robinson alle Szenen, die er hat, mit Verve an sich. Unter den Damen in Willies Stall befinden sich einschlägig bekannte Aktricen wie Juanita Brown oder Judith Brown, die hier aber auf den Status von Eye Candy reduziert werden. Erstklassig ist auch der Score inklusive des schmissigen Titelsongs. Eine runde Sache und um Längen besser als so etwas wie SLAUGHTER.

 

The Style of Sleaze - The American Exploitation Film, 1959-1977

style of sleaze  book cover.jpg

Calum Waddell - 2018
Edinburgh University Press

What do I know about sleaze? Way back in the Spring of 1973, I was associated with what was then known as the Northwest Film Study Center in Portland, Oregon. A few days before it opened, I was invited to a private, daytime screening of Deep Throat. I found out later that day that most of the audience was made up of lawyers, and my own invitation was as a potential "expert witness" regarding the cinematic value should the exhibition of Deep Throat be closed due to charges of obscenity. This was my first encounter with hardcore pornography in any format. The film's premise was silly, the humor juvenile at best, and the spectacle of Linda Lovelace's talent was of mild interest. I felt ambivalent about the value of Deep Throat. This was well before I was aware of certain aspects regarding the making of the film and the treatment of the star performer. But the point here is that there was something called "porno chic" back in the mid-1970s, and sleaze, then as now, is arguably in the eye of the beholder.

A little more than twenty years later, I came across the book, The Sleaze Merchants: Adventures in Exploitation Filmmaking by John McCarty. Had I known that in the future, I would be reading and writing about Calum Waddell's book, I would have held on to my copy of McCarty's book. I bring this up because the two books share key words that are virtually guaranteed to make someone take a look at the cover, and maybe take a peak inside. Some of the same filmmakers are discussed, though in differing degrees. What I remember best about McCarty's book is the dismissive attitude taken towards Jesus Franco, primarily for his apparent lack of taste and questionable craftsmanship. This was before I was able to see Franco films for myself, available on DVD, and see that in his own way Franco could make make films that fit the conventional norms of conventional filmmaking but chose to work in lower budgets that allowed him the freedom to be transgressive and ignore traditional narrative structures. The overall effect of McCarty's book was that the films in question might be fun to watch, but the viewer is superior to the filmmakers with their preposterous plots, threadbare budgets, and questionable talent.

Calum Waddell has gone out of his way to make sure that his definition of what constitutes the exploitation film is so rigid, so bloodless, so strict, that if it were a horror movie, it would be a mummy, and not the kind that comes back to life. The films cited have rough, almost newsreel style visuals, unknown actors, and set new standards in presenting on screen something at best only hinted at in Hollywood films, making explicit sex and violence. It seems less than coincidental that several of the films discussed - The Devil in Miss Jones, Night of the Living Dead, Last House on the Left and Sweet Sweetback's Baadasssss Song are equally humorless. Basically, this is a book about exploitation films for people who consider themselves too intellectual to see any of the films mentioned for their own sake, but only out of duty for the sake of film scholarship.

There are a couple of points of interest. Certainly having the end date of 1977 makes sense as it was around that time that the consumption of hardcore movies moved from the theater to home video formats. At about the same time, the bottom fell out on low budget genre films, shoved out of multiplexes to become straight to video productions. Waddell notes the similarity in the posters for Russ Meyer's Lorna and Jean-Luc Godard's Contempt with emphasis on the cleavage of respective stars Lorna Maitland and Brigitte Bardot on the films' posters. What Waddell does not mention is that the box office for European films declined after the introduction of the now current production code as Hollywood could now show as much nudity as was seen in films by Ingmar Bergman and Louis Malle. Waddell also discusses how the allegorical aspects to Night of the Living Dead were embraced by George Romero well after the initial release of the film.

While Waddell stresses how some of the actors in exploitation films may not have fit Hollywood's conventional standard of attractiveness, he's ignoring that in the late Sixties such standards were challenged with the stardom of the more obviously ethnic Barbra Streisand, Dustin Hoffman and Al Pacino, among others. Waddell seems unnecessarily cruel in describing former Broadway dancer Georgina Spelvin, who at the late ago of 37 became a porn star with The Devil in Miss Jones, as "middle-aged". A statement that black actresses prior to Pam Grier were not allowed to sell movies might come as news to Josephine Baker and Dorothy Dandridge.

For myself, if exploitation films are to be the subject of serious investigation, the best balance is found in Cathal Tohill and Pete Tombs' Immoral Tale:: European Sex & Horror Movies 1956-1984. The films and filmmakers are placed in cultural contexts regarding the art and politics at the time of production. At the same time, the authors always make the reader feel that watching these films, no matter that some may find them disreputable, is fun.

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night angel (dominique othenin-girard, usa 1990)

Dieses bizarre Schnittchen Nineties-Mainstream-Splatter wurde soeben in augenbetörender HD-Qualität veröffentlicht – was eine dankbare Gelegenheit bietet, es nach langer, langer Zeit mal wiederzusehen. Unmittelbar nach HALLOWEEN V: THE REVENGE OF MICHAEL MYERS gedreht, bedeutete es auch schon das Ende der Kinokarriere des Schweizers Dominique Othenin-Girard: NIGHT ANGEL genoss einen limitierten Kinostart in den USA, wurde dann, wie auch bei uns in Deutschland, direkt auf Video veröffentlicht. Das ist schade, denn auch wenn sein Horrorfilm, der sowohl den slicken Designersex als auch männermordende, nymphomane Femme fatales von BASIC INSTINCT vorwegnimmt, inhaltlich ganz gut auf Video aufgehoben war, hätten seine Bilder die große Leinwand verdient gehabt.

Ober-Dämonenschlampe Lilith macht sich in Gestalt einer verführerischen, schwarzhaarigen Frau (Isa Jank) an die Redaktion eines Modemagazins heran: Von dessen Titelseiten aus will sie mit ihrem betörenden Blick die ganze Welt unterjochen. Naturgemäß hat sie mit den sexbesessenen Egomanen, die dort arbeiten, leichtes Spiel. Nur Craig (Linden Ashby), der Bruder der Redaktionsleiterin Rita (Karen Black), stellt eine größere Herausforderung dar, hat der sich doch gerade erst in die Schmuckdesignerin Kristy (Debra Feuer) verliebt …

NIGHT ANGEL ist in jeder Hinsicht eine Zeitreise in die frühen Neunziger: Hinsichtlich Kleidung und Frisuren bekommt man hier die volle Breitseite, aber auch der Film selbst entspricht in Look und Feel natürlich den damaligen Konventionen: Der Score orgelt relativ preisgünstig, die Ausleuchtung ist künstlich-bunt, von „echtem“ Horror ist der Film mit seinen Ideen und Gummieffekten (von FX-Wizard Steve Johnson) ziemlich weit entfernt, mehr darauf hinaus, Teenieprächen Stoff zum Schmusen zu bieten. Das einzige, was nicht so ganz ins Bild passt, ist die Thematik selbst. NIGHT ANGEL ist auffallend sleazy: Seine Antagonistin lutscht vor zwei lüstern gaffenden Männern den Schaum von einer Bierflasche, zwingt ihre Eroberung dann zum wilden Sex neben der eigenen Gattin, verwandelt die Redaktion schließlich in eine Horde hungriger Sexzombies, die wie einst in Cronenbergs SHIVERS hinter dem standhaften Heldenpärchen her ist. Auch in der Vorstellung, was „hot“ ist, ist der Film ganz in seiner Zeit verhaftet: Isa Jank interpretiert ihre höllische Hure als glutäugige Zigeunerbraut mit klimpernden Armreifen und ausuferndem Tanzstil, der alle Männer komplett den Verstand verlieren lässt. (Die zauberhafte Debra Feuer muss demgegenüber natürlich „wholesome“ wirken, weshalb ihr Charakter dann auch aus Milwaukee kommt und sie dem Protagonisten nach der obligatorischen Sexszene ihre Liebe gesteht.) Und als Abgesandte des Guten fungiert natürlich eine hutzelige schwarze Oma.

Das ist alles mehr als nur ein bisschen dämlich, eine wenig raffinierte, dafür aber geschäftstüchtige Verquickung von Sex und Horror, der der ganz große Erfolg dann eher versagt blieb. Was wiederum schade ist, denn man kann NIGHT ANGEL gewiss nicht vorwerfen, ohne Stilbewusstsein gemacht worden zu sein. Visuell ist der Film schon ziemlich toll, eine Zelebrierung der oberflächlichen Reize und nächtlichen Irrlichter, die einen so leicht vom Pfad der Tugend abbringen. Und er erinnert einen auch wieder daran, was uns bei heutigen Horrorfilmen mit ihrem color grading und ihrer monochromen Optik verloren gegangen ist.

il commissario di ferro (stelvio massi, italien 1978)

Der Kommissar aus Eisen heißt eigentlich Mauro Mariani und wird natürlich weniger gespielt als verkörpert von Maurizio Merli. 1978 war der italienische Poliziottesco ja eigentlich schon fast am Ende, aber Merli hatte noch längst nicht fertig. In Stelvio Massis spätem Film kommt er ein bisschen müder, ausgelaugter und resignierter daher, er scheint bereit, die ganze Scheiße hinter sich zu lassen, aber es gibt halt doch noch ein bisschen was zu tun – und dann holt ihn auch noch die Vergangenheit ein. Als nämlich der Sohn eines von ihm Verhafteten wiederum seinen Sohn als Geisel nimmt, aus Rache für den Suizid des Vaters, der dem Knast nicht gewachsen war.

Massis Film ist viel ordentlicher strukturiert als die Poliziotteschi der Hochzeit: Damals ging es ja auch immer darum, ein möglichst apokalyptisches Bild des italienischen Alltags zu zeichnen, also schossen die Subplots und Episoden genauso ins Kraut wie das Gesindel auf seinen Mopeds um die Straßenecken. Angepisste, unter Hochspannung stehende Cops wie eben jene, die Merli zu verkörpern pflegte, konnten sich kaum einmal umdrehen, ohne des nächsten Verbrechens ansichtig zu werden. Kaum war der eine Strauchdieb eingebuchtet, wartete schon der nächste Taugenichts darauf, mit einer ordentlichen Maulschelle auf den Pfad der Tugend zurückgeführt zu werden. Man kam als Zuschauer fast mit den Protagonisten aus der Puste angesichts dieser Raserei von einem Tatort zum anderen. Und die Filmemacher, die diese Geschichten auf die Leinwand brachten, versuchten gar nicht erst, Ordnung ins Chaos zu bringen. Sie reihten schön eine Ballerei an die nächste, unterbrachen das höchstens für eine scheppernde Verfolgungsjagd oder eine zünftige Keilerei.

IL COMMISSARIO DI FERRO ist da anders, ich bin fast versucht ihn als amerikanisch zu bezeichnen: Diese Parallelführung zweier Handlungsstränge – Mariani ist auf der Suche nach einem flüchtigen Schwerverbrecher und bekommt deshalb zu spät mit, dass sich in seinem Büro ein Geiseldrama vollzieht – ist schulbuchmäßig, wenn man mal davon absieht, dass Plot A mit Plot B rein gar nichts zu tun hat: Das hätte man schon noch eleganter lösen können. Der Spannungsaufbau gelingt aber dennoch und die persönliche Involvierung Merlis ist hier viel direkter als in seinen anderen Filmen: In denen verfolgte er zwar auch jeden Taschendieb so, als habe der seiner eigenen Oma das Ersparte geklaut, aber letztlich war er doch immer einer nur abstrakten Idee verpflichtet. Hier nun geht es wirklich seinem eigen Fleisch und Blut an den Kragen. Der Witz des Films – der Geiselnehmer weigert sich, den Treffpunkt und die Zeit zu nennen, weil Mariani diesen bereits kenne, doch der kann sich nicht vorstellen, was gemeint ist – verpufft ein wenig, weil man als Zuschauer lange vor Mariani ahnt, worauf der Schurke hinaus will, aber die Idee ist trotzdem gut: All diese Bankräuber, Gewalttäter, Diebe, Einbrecher, Mörder, die Mariani/Merli in ihrer Karriere eingebuchtet haben, sind für sie nichts weiter als Nummern, aber natürlich verbirgt sich hinter jeder einzelnen dieser Nummern ein Individuum, eine Geschichte des Scheiterns, ein Schicksal, ein komplexer Charakter.

IL COMMISSARIO DEL FERRO wirkt ein bisschen wie das ernüchterte Resümee unter einem Jahrzehnt der heißgelaufenen Bullen, die am Rand der Legalität kämpfen und die Regeln für ihre Zwecke beugen: die Idee, dem Verbrechen mit immer mehr Härte und Unnachgiebigkeit entgegenzutreten, hat außer Kriegsversehrten auf beiden Seiten nicht viel gebracht. Für Mariani/Merli wurde es langsam Zeit das Schießeisen an den Nagel zu hängen und irgendwo neu anzufangen. Natürlich nicht, bevor er dem Entführer seines Sohnes in diesem Film auch noch eine Kugel vor den Latz knallt. Er kann halt nicht raus aus seiner Haut.

First Look: ‘The Donkey King’ From Pakistan

"The Donkey King" will be the second homegrown cg feature released in Pakistan this year.

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Game Trailer: Life Is Strange 2 Uses Animation To Tell A Challenging Original Story

Square Enix debuted a teaser trailer today for Life is Strange 2, an intriguing coming-of-age tale about two young brothers on the run from authorities.

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August 20 2018

Short Pick Of The Day: ‘Bubble’ by Case Jernigan

Imagery and text culled from American politics, drawing upon figures and themes based on the filmmaker's upbringing in South Carolina.

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A Trip Inside UTS Animal Logic Academy, A One-Of-A-Kind Animation & Visualization Degree In Australia

Learn about this unique year-long course that’s a partnership between UTS and "Lego Movie" animation studio Animal Logic.

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12 Cool New Pieces Of Animation Tech We Saw At SIGGRAPH 2018

Didn’t get to SIGGRAPH this year? Here’s a round-up of animation and vfx hardware and software announcements from the confab.

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fatal games (michael elliot, usa 1984)

Wer eine Mission hat, braucht Durchhaltevermögen für entbehrungsreiche Zeiten. Er darf sich nicht entmutigen lassen, auch wenn die Aussichten noch so trostlos sind. Er muss das Ziel immer vor Augen haben, auch wenn es unerreichbar scheint. Und er darf den Glauben an sich und die Richtigkeit seiner Überzeugung nie verlieren. Das gilt für die jugendlichen Protagonisten von FATAL GAMES, jungen Sportlern, die um die Teilnahme an den US-Meisterschaften kämpfen und sich einen Platz bei Olympia erhoffen, mehr aber noch für mich, der sich das Ziel gesetzt hat, alle Slasherfilme der Achtzigerjahre zu schauen und sich deshalb durch Filme wie diesen quälen muss.

FATAL GAMES hat dabei zumindest einmal ein gar nicht so uninterressantes Setting – zumindest im direkten Vergleich mit Dutzenden anderer Slasherfilme. Die Sportakademie und die Ausscheidungskämpfe bringen einen potenziellen zusätzlichen Reiz mit sich und natürlich reichlich Gelegenheit für absurde creative kills. Ich schreibe „potenziell“, denn Regisseur Elliot macht nichts aus den Möglichkeiten und selbst wenn die Speerwurf-Morde noch das beste an dem Film sind, sind sie vor allem eins: redundant. Das jugendliche Hin und Her um strenge Trainer, Eltern, die nicht an die große Sportlerkarriere glauben, und zart blühende Romanzen kennt man aus Tausenden ähnlicher Filme, die das trotzdem weniger formelhaft und gelangweilt abspulten. Und die eigentlich ganz nette Auflösung – SLEEPAWAY CAMP lässt grüßen – kann angesichts der vorangegangenen Tristesse nicht wirklich mit dem Film versöhnen.

Einem Slasherfilm von 1984 vorzuwerfen, er sei ein reines Cash-in, ist zugegebenermaßen etwas albern, aber bei diesem Film kommt die zeitliche Nähe zu den Olympischen Spielen in Los Angeles hinzu: Da war offensichtlich Eile geboten, sodass die eigentlich interessante Idee, die amerikanischen Sportler zu Versuchskaninchen in einem Hormonprogramm zu machen, sträflichst unterentwickelt bleibt. Der Wunsch, mit den „Maschinen“ aus Ostdeutschland und der UdSSR mithalten zu können, treibt die Verantwortlichen an, doch am Ende ist das nicht mehr als ein Subplot, der zu keiner befriedigenden Auflösung kommt und letztlich nur Zeit raubt. Wenn man bedenkt, dass die Russen die Spiele 1984 boykottierten, ist die Referenz sogar ein weiteres Fettnäpfchen, das FATAL GAMES bereitwillig mitnimmt.

Paratexte der FILMKRITIK (7): Bruno Schmidt präsentiert

[Filmkritik 10/62; Rückseite des Hefts. Auf der Vorderseite Anna Karina am Telefon, aus VIVRE SA VIE]

[Filmkritik 9-10/1984; Rückseite des Hefts. Auf der Vorderseite eine Rückenansicht von Christian Heinisch als Karl Roßmann in KLASSENVERHÄLTNISSE]

***

Im Oktober 1962 (70. Heft der Gesamtfolge) erscheint zum ersten Mal die Werbung des Schmalfilmvertriebs Bruno Schmidt auf der Umschlagrückseite der FILMKRITIK. Bis zum letzten erschienenen Heft, Nr. 333-334, September-Oktober 1984, wirbt Bruno Schmidt für seine Millionenfilme, Evergreens und Welterfolge. Mehr als zwanzig Jahre lang werden mit rührender Beharrlichkeit Monat für Monat DER HAUPTMANN VON KÖPENICK, DER HUND, DER HERR BOZZI HIESS und DES TEUFELS GENERAL angepriesen. Nicht zu vergessen „das große Standardprogramm!“

***

In einem der Redaktionsprotokolle der späten FILMKRITIK ist zu lesen: „Zu den Resteinnahmen: Bruno Schmidt hat ab Heft 11-12/1984 gekündigt; es fehlen also DM 3.500,- für die Hefte 11-12/1984 bis 11-12/1985 beziehungsweise DM 500,- für 1985.“ Die Rückseite des Hefts 11-12/1984, im Juni 2018 bei Brinkmann & Bose erschienen, ist deshalb schwarz.

Grammy Museum Launches Warner Bros. Animation Music Exhibit

The "Get Animated Invasion" pop-up exhibit offers nine interactive spaces designed around select musical elements of Warner Bros. cartoons.

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August 19 2018

Coffee Break

BLACKHAT.jpg
Tang Wei in Blackhat (Michael Mann - 2015)

Übersetzungshinweis, Reichart/Godard

Das ausführliche Gespräch, das Thomas Helbig im Herbst 2017 mit Wilfried Reichart geführt hat (siehe hier, NFK 03/2018), ist seit kurzem auf der belgischen Website SABZIAN in englischer Übersetzung erschienen:

* Speaking with Godard. Übersetzt von Sis Matthé

August 18 2018

‘Kung Food’ Opened This Weekend In China

Meet Super Bao, an innocent and passionate steamed stuffed bun who is out to save the food world from the threat of bland flavors.

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