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fatal games (michael elliot, usa 1984)

Wer eine Mission hat, braucht Durchhaltevermögen für entbehrungsreiche Zeiten. Er darf sich nicht entmutigen lassen, auch wenn die Aussichten noch so trostlos sind. Er muss das Ziel immer vor Augen haben, auch wenn es unerreichbar scheint. Und er darf den Glauben an sich und die Richtigkeit seiner Überzeugung nie verlieren. Das gilt für die jugendlichen Protagonisten von FATAL GAMES, jungen Sportlern, die um die Teilnahme an den US-Meisterschaften kämpfen und sich einen Platz bei Olympia erhoffen, mehr aber noch für mich, der sich das Ziel gesetzt hat, alle Slasherfilme der Achtzigerjahre zu schauen und sich deshalb durch Filme wie diesen quälen muss.

FATAL GAMES hat dabei zumindest einmal ein gar nicht so uninterressantes Setting – zumindest im direkten Vergleich mit Dutzenden anderer Slasherfilme. Die Sportakademie und die Ausscheidungskämpfe bringen einen potenziellen zusätzlichen Reiz mit sich und natürlich reichlich Gelegenheit für absurde creative kills. Ich schreibe „potenziell“, denn Regisseur Elliot macht nichts aus den Möglichkeiten und selbst wenn die Speerwurf-Morde noch das beste an dem Film sind, sind sie vor allem eins: redundant. Das jugendliche Hin und Her um strenge Trainer, Eltern, die nicht an die große Sportlerkarriere glauben, und zart blühende Romanzen kennt man aus Tausenden ähnlicher Filme, die das trotzdem weniger formelhaft und gelangweilt abspulten. Und die eigentlich ganz nette Auflösung – SLEEPAWAY CAMP lässt grüßen – kann angesichts der vorangegangenen Tristesse nicht wirklich mit dem Film versöhnen.

Einem Slasherfilm von 1984 vorzuwerfen, er sei ein reines Cash-in, ist zugegebenermaßen etwas albern, aber bei diesem Film kommt die zeitliche Nähe zu den Olympischen Spielen in Los Angeles hinzu: Da war offensichtlich Eile geboten, sodass die eigentlich interessante Idee, die amerikanischen Sportler zu Versuchskaninchen in einem Hormonprogramm zu machen, sträflichst unterentwickelt bleibt. Der Wunsch, mit den „Maschinen“ aus Ostdeutschland und der UdSSR mithalten zu können, treibt die Verantwortlichen an, doch am Ende ist das nicht mehr als ein Subplot, der zu keiner befriedigenden Auflösung kommt und letztlich nur Zeit raubt. Wenn man bedenkt, dass die Russen die Spiele 1984 boykottierten, ist die Referenz sogar ein weiteres Fettnäpfchen, das FATAL GAMES bereitwillig mitnimmt.

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Schweinderl